MikroTik ist vielen eher als Hersteller von Cloud Hosted Routern und Business-Hardware bekannt – mit der hAP-Reihe gibt es aber auch consumer-taugliche WLAN-Router, die intern genau dieselbe Firmware wie die großen Geschäfter fahren: RouterOS 7. Der hAP ax³ ist das aktuelle WLAN-6-Modell der Reihe – wir haben getestet, ob sich der Umstieg von einer klassischen Consumer-Fritzbox oder einem simplen Homerouter lohnt.
Hardware und Anschlüsse
Unter der Haube arbeitet ein vierkerniger ARM-Prozessor mit 1 GB RAM, dazu kommen vier Gigabit-LAN-Ports und ein zusätzlicher 2,5-Gigabit-Port, der wahlweise als schneller WAN-Uplink oder LAN-Port konfiguriert werden kann und passiv PoE ein- wie ausgangsseitig unterstützt. Ein USB-3.0-Anschluss erlaubt den Betrieb eines LTE-Sticks als Backup-Uplink oder das Freigeben eines externen Datenträgers im Netz.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| WLAN | Dual-Band WLAN 6 (AX1800): 2,4 GHz bis 574 Mbit/s, 5 GHz bis 1.200 Mbit/s |
| LAN/WAN | 4× Gigabit RJ45, 1× 2,5-Gigabit RJ45 (passiv PoE in/out) |
| Prozessor / RAM | Quad-Core ARM (bis 1,8 GHz), 1 GB RAM, 128 MB Flash |
| USB | 1× USB 3.0 |
| Software | RouterOS 7 (Level-6-Lizenz vorinstalliert) |
| Straßenpreis | ca. 110–130 € |
WLAN-Leistung in der Praxis
Mit AX1800 spielt der hAP ax³ nicht in der Liga von Highend-Mesh-Systemen, liefert im Alltag aber völlig ausreichende Reichweite und Durchsatz für eine normale Wohnung oder ein kleines Büro. Im Test erreichten wir auf 5 GHz in Sichtverbindung Werte um 700–800 Mbit/s netto, durch zwei Wände hindurch fiel der Wert auf gut 250 Mbit/s – solide Werte für ein Gerät in dieser Preisklasse.
RouterOS 7: große Stärke, spürbare Lernkurve
Der eigentliche Unterschied zu einer FritzBox oder einem typischen Consumer-Router liegt in der Software: RouterOS 7 bringt eine vollwertige Stateful-Firewall, VLAN-Unterstützung, WireGuard-VPN und feingranulares Routing mit – Funktionen, für die man bei anderen Herstellern deutlich tiefer in die Tasche greifen müsste. Der Preis dafür ist eine spürbare Lernkurve: Wer nur schnell WLAN und Internet einrichten will, kommt mit dem geführten Quick-Set-Assistenten gut zurecht, wer die volle Funktionstiefe nutzen möchte, muss sich in WinBox oder die webbasierte Oberfläche einarbeiten. Anders als beim CHR auf Hetzner Cloud – das wir in einem separaten Artikel behandeln – ist die Firewall hier allerdings ab Werk bereits sinnvoll vorkonfiguriert, offene Ports gibt es im Auslieferungszustand nicht.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Volles RouterOS 7 inkl. WireGuard-VPN, VLANs und granularer Firewall
- 2,5-Gigabit-Port mit passivem PoE in/out für flexible Aufstellorte
- USB 3.0 für LTE-Backup oder Netzwerkspeicher
- Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis für die gebotene Funktionstiefe
Nachteile
- Spürbare Einarbeitungszeit gegenüber Consumer-Oberflächen wie FRITZ!OS
- Kein integriertes Mesh-System – Erweiterung erfordert zusätzliche Geräte und manuelle Konfiguration
- AX1800 ist WLAN-6-Einstiegsklasse, keine Highend-Datenraten
MikroTik hAP ax³ WLAN-6-Router
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Fazit
Der hAP ax³ richtet sich klar an technisch versierte Nutzer, die bereit sind, sich kurz einzuarbeiten – dafür bekommen sie einen WLAN-6-Router mit einer Funktionstiefe, die sonst nur deutlich teurere Business-Geräte bieten. Für reine „Kabel-rein-und-fertig“-Nutzer ist eine FritzBox weiterhin die entspanntere Wahl. Bei der Einrichtung von RouterOS-Geräten inklusive VPN- und VLAN-Konzept unterstützen wir Sie gerne.